Müller, M.A. Stefan Kunsthistoriker
El Greco war ein wundersamer Künstler, ein Prophet der Moderne. Geboren auf Kreta, zog es den jungen Maler zunächst nach Italien, bevor er am spanischen Hof seinen beinahe expressionistischen Malstil entwickelte - eine Mischung aus griechisch-byzantinischem Stil und venezianischen Einflüssen. Seine überlangen, schlanken Figuren malte er in dramatischen Posen in einer schweren, dunklen Atmosphäre, aus der leuchtend-grelle Farben heraus flackern - emotional, hinreißend und ausdrucksstark.
Dieser Kurs dreht sich um den Münchner Malerfürsten Franz von Stuck, der bereits zu Lebzeiten zu einer Legende wurde, auch weil er sich um die biedere Moral seiner Zeit nur wenig kümmerte. In seinen Gemälden schuf er eine schwebend-unwirkliche, oftmals pathetische Atmosphäre, die zwischen Fabel, Allegorie, Symbol und Erotik changiert. Diese Aura findet sich auch in seinem Gesamtkunstwerk, der Villa Stuck in München-Bogenhausen - ein Ort, der bis heute den Geist seines Erbauers widerspiegelt.
Der österreichische Maler Gustav Klimt gehört zu den bedeutendsten und einflussreichsten, aber auch zu den umstrittensten Künstlern der Kunst der frühen Moderne. Als wichtigster Vertreter des Wiener Jugendstils hat er so bekannte Werke wie den Beethoven-Fries und den Kuss geschaffen. Dennoch wurde Klimt von der Kunstkritik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts teilweise völlig ignoriert oder als reiner Dekorationsmaler abgetan. Wie falsch diese Beurteilung war soll dieser Kurs, der sich mit dem Leben und dem Wirken Gustav Klimts beschäftigt, zeigen.